Moin,

schön, dass Sie sich für das Projekt „Quartiersfux“ interessieren.

Mein Name ist Philipp Fode, ich studiere Soziale Arbeit mit Schwerpunkt Gemeinwesenarbeit an der HAW Hamburg. Derzeit absolviere ich meine Praxiszeit im BraKuLa Bramfeld. Wichtiger Teil der Praxisphase ist die Umsetzung eins Gemeinwesen-orientierten Projektes. Vor meinem Studium habe ich lange Zeit in der IT gearbeitet. Daraus hat sich in den vergangenen Jahren ein Herzensthema entwickelt – Die Begleitung der Digitalisierung in der Sozialen Arbeit.

Für mein Praxisprojekt bedeutet dies, dass ich meine Erfahrungen aus der IT und mein Wissen aus dem Studium miteinander kombinieren möchte um daraus etwas sinnhaftes entstehen zu lassen.

So entstand die Idee für den Quartiersfux. 

Eine lokale Termin- und Veranstaltungsübersicht, welche jede Soziale und Kulturelle Einrichtung eines Gemeinwesens bei der digitalen Interaktion mit der Öffentlichkeit unterstützt. Eine für jeden Anwohnenden örtlich und zeitlich ungebunden abrufbare, zentrale Übersicht aller Veranstaltungen verbessert die Wahrnehmung und Akzeptanz des Angebots im Quartier, reduziert die Zeit und somit die Kosten für Design, Druck sowie Distribution von Veranstaltungsflyern und trägt darüber hinaus
auch noch zu einer besseren Vernetzung zwischen den Sozialen und Kulturellen Akteure eines Stadtteils bei.

In jedem größeren Gemeinwesen finden sich zahlreiche Anbieter von gemeinnützigen und soziokulturellen Veranstaltungen, Arbeitsgruppen, Sportvereine, Nachbarschaftstreffs, Gremien und Workshops. Die Anbietenden stecken viel Zeit, Geld und Energie in Veranstaltungsflyer, Plakate oder
Stelltafeln. Manche bieten bereits eine digitale Terminübersicht auf der eigenen Website an oder bewerben ihr Programm in sozialen Medien. Öffentlichkeitsarbeit findet aber fast immer dezentral statt.
Die erreichte Öffentlichkeit beschränkt sich im Regelfall auf die Nutzer*innen, welche den Einrichtungen sowieso nahestehen und entsprechende Kanäle frequentieren.

Die meisten Nutzer*innen sind häufig bereits seit vielen Jahren Gäste. Die Wahrnehmung in der übrigen Gesellschaft ist eher gering. Das erschwert es neue Zielgruppen zu erschließen oder die Nutzer*innenschaft zu erweitern.
Viele Stadtteile bieten dank zahlreicher Akteure eine breite Angebotspalette. Was auf der einen Seite Abwechslung bedeutet, geht nicht selten zu Lasten der Vernetzung. Dadurch fehlt das Wissen über die Arbeit der anderen. Es entstehen zielgruppenüberschneidende Formate mit denen gemeinwohlorientierte  nbieter*innen innerhalb eines Quartiers mitunter sogar ungewollt in Konkurrenz treten.

Digitale Veranstaltungsübersichten, wie sie die kommerzialisierte Veranstaltungsbranche schon lange betreibt, sind mitunter auch in der überregionalen Kulturarbeit zu finden. Doch insbesondere Soziale und Soziokulturelle Anbieter sehen sich hier mit fehlender Infrastruktur konfrontiert, um im digitalen Raum über soziale Medien hinweg auf sich aufmerksam zu machen.

Genau hier setzt QuartiersFux an. Jede*r gemeinnützige Anbieter*in innerhalb des verorteten Gemeinwesens erhält einen eigenen Zugang. Eine Profilseite dient dazu, einen persönlichen Eindruck über die Einrichtung zu vermitteln. Das Bereitstellen von wichtigen Informationen, wozu Kontaktmöglichkeiten,
Öffnungszeiten, Hygiene-Konzept oder ein News-Bereich gehören, ersetzen bei kleineren Anbietenden ggfs. sogar die eigene Website.

Darüber hinaus soll hier das aktuelle Programm selbstverwaltet eingestellt werden. Bei Vorliegen der notwendigen, technischen Voraussetzungen ist es ebenfalls denkbar diesen Prozess zu automatisieren.
Die Veranstaltungen werden mithilfe von „Keywords“ jeweils kategorisiert und Zielgruppen zugeordnet.
Nutzer*innen haben nun die Möglichkeit, sich das Programm aller Anbietenden in einer großen Übersicht anzusehen oder mithilfe von Filtern zielgerichtet suchen.

Eine der wichtigsten Komponenten der Gemeinwesenarbeit ist der Aufbau und die Pflege eines Netzwerkes. Deshalb bitte ich an diesem Punkt um Unterstützung. Ich weiß, dass bereits eine recht gute Vernetzung innerhalb der spezifischen Arbeitsfelder besteht. Darauf möchte ich aufbauen.

Anfang Februar 2021 haben wir uns zum ersten Mal als Quartiersfux AG getroffen um über das weitere Vorgehen zu beraten. Dabei entstanden sehr vielversprechende Ideen und wir konnten gemeinsam das weitere Vorgehen festlegen.

Ein weiteres Treffen soll Ende Februar stattfinden. 
Sofern Sie sich aktiv daran beteiligen möchten, schicken Sie mir gerne einen E-Mail an philipp.fode[at]brakula.de oder über das Kontaktformular untenstehend.

Projektziele und Evaluation

Durch eine zentrale und vollständige Plattform haben Bewohner*innen eines Gemeinwesens die Möglichkeit sich über alle Angebotsformen ihres Sozialraums gleichermaßen zu informieren. Dies hat zur Folge, dass nicht nur der Bekanntheitsgrad der dahinterstehenden Einrichtungen steigt, sondern auch zu erwarten ist, dass sich die Akzeptanz der einzelnen Angebote positiv entwickelt, da ein größerer Personenkreis erreicht und neue Zielgruppen erschlossen werden können.

Welchen Effekt hat die Erreichung dieses Ziels auf das Gemeinwesen?

Die Anzahl von gemeinnützigen und soziokulturellen Veranstaltungen, Arbeitsgruppen, Sportvereinen, Nachbarschaftstreffs, Gremien und Workshops steigt nach Umsetzung des Projektes nachweisbar an und verjüngt sich. Durch gut geplante, sinnvoll platzierte und auf die jeweilig zu erreichende Zielgruppe ausgerichtete Werbung innerhalb des Gemeinwesens ist zu erwarten, dass das Wachstum im ersten Jahr nach Einführung der Plattform am größten ist und sich
anschließend mit leichtem Wachstum verstetigt.

Für die Auswertung bedarf es eines Ist-ist-Vergleichs. Die Daten hierfür müssen vor und nach der Einführung durch die teilnehmenden Einrichtungen vorgelegt werden.

Insbesondere für junge Menschen sind Online-Informationen präsenter in ihrem Alltag als analoge Programmhefte, Flyer, Stelltafeln oder Plakate. Im regelmäßigen Turnus müssen diese konzipiert, gedruckt und distribuiert werden. Dies kostet nicht nur viel Geld, sondern lässt auch durch die Überproduktion von Werbematerialien vermeidbaren Müll entstehen.

Welchen positiven Effekt hat die Erreichung dieses Ziels für die Einrichtungen?

Die finanziellen Einsparungen durch reduzierte Arbeitslast und Ausgaben für Werbemittel lassen sich nach Veröffentlichung des Jahresabschlusses zur Haushaltsplanung der teilnehmenden Einrichtungen auswerten. Es ist zu erwarten, dass diese im ersten Jahr nach Einführung am größten sind und sich anschließend verstetigen.

Viele Menschen haben gute Ideen, doch häufig fehlt es an notwendigen Ressourcen für eine Umsetzung. Sei es Finanzierung, Räume oder Kooperationspartner. Besser besuchte bestehende Veranstaltungen erweitern auch den Raum für Vernetzung. Ein aktiver Stadtteil ist die perfekte Voraussetzung, um Menschen zusammenzubringen und darin zu unterstützen eigenen Angebote auszugestalten und auszuprobieren. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Selbstbefähigung im Rahmen des Empowerment-Konzepts.

Welchen positiven Effekt hat die Erreichung dieses Ziels auf die Netzwerkstrukturen und die Selbstwirksamkeit?

Der Effekt auf die Netzwerkstrukturen des Gemeinwesens kann durch die Anzahl von stattfindenden Kooperationen zwischen einzelnen Anbietern und neue sowie selbstorganisierte Angebote gemessen werden. Als Indikator für die Vernetzung bietet sich eine qualitative Vergleichs-Studie an, welche vor und nach Einführung der Plattform mit den teilnehmenden Einrichtungen und Akteuren durchgeführt wird.

FAQ

Das ist korrekt. In Hamburg heißt das Portal hamburg-aktiv.info

Die Idee gibt es bereits seit 9 Jahren. Die Idee ist gut, die Umsetzung mies und die Handhabung aus einer anderen Zeit. Als ich das Portal im Rahmen meiner Recherchen gefunden habe war ich ehrlich gesagt ziemlich demotiviert.

Nach einigen Wochen Stillstand und Konzentration auf andere Projekte stand für mich aber fest, dass ich es besser mache. Das Portal hamburg-aktiv.info setzt prinzipiell genau das um, was ich plane. Macht dabei aber einige entscheidende Fehler, von denen ich denke, dass sie in einem partizipativen Entwicklungsprozess in einem zunächst kleineren Rahmen verhindert werden können.

  • Die Oberfläche muss modern und ansprechend sein
  • Die Benutzung muss intuitiv sein
  • Es darf kein passives Portal sein, das auf Inhalt wartet sondern pro-aktiv von denen gepflegt wird, die auch im Stadtteil die aktive Arbeit leisten 
  • Die Plattform muss zur Veröffentlichung alle relevanten Funktionen aufweisen
  • Die Werbung, insbesondere in den ersten Wochen nach dem Start muss so durchdacht platziert werden, dass die Nutzer:innen sie zur Kenntnis nehmen und ihren Vorteil erkennen

Nein. Zunächst soll es sich zwar auf Bramfeld als Modellprojekt beschränken. Im kleineren Rahmen ist eine Evaluation der erreichten Ziele einfacher und die Kommunikationswege direkter.
Sobald die Plattform funktioniert und angenommen wird, ist eine Skalierung auf angrenzende Stadtteile geplant.

Es ist nicht geplant mit festen Stadtteilgrenzen zu arbeiten. Der Begriff Quartier eignet sich aus diesem Grund ganz besonders gut, da er keine genaue Definition beinhaltet.
Der Umfang des Quartiers soll zusammen mit der Arbeitsgruppe gemeinsam festgelegt werden.

Da es sich um ein Projekt im Rahmen meiner Praxisphase handelt ist meine Arbeitsleistung im Rahmen des Studienprojektes unentgeldlich.
Für die laufenden Kosten (Servermiete, Domain etc.), sowie Werbung können ggfs. Stadtteilgelder genutzt werden.
Die Kosten für den weiteren Betrieb (Wartung, Pflege, Weiterentwicklung) müssen noch kalkuliert werden.

Hinzu kommen voraussichtlich Schulungen für die Nutzung der Plattform (Einstellen und Bearbeiten von Inhalten), deren Finanzierung gegenwärtig noch nicht abschließend geklärt sind.


Ich würde mich über Ideen und Hinweise diesbezüglich jedoch sehr freuen.

Nein! Eine App ist nicht geplant. Mittlerweile spricht in meinen Augen vieles gegen die Entwicklung einer App.

  • Die Entwicklung ist sehr teuer
  • Mit jedem größerem Betriebssystemupdate (Android, iOS etc.) müssen Anpassungen gemacht werden, welche ebenfalls viel Geld kosten.

Einen Mehrwert kann ich nicht erkennen.

Allerdings wird die Seite vollständig responsiv gestaltet werden. Das bedeutet, dass der Funktionsumfang und die Gestaltung auch darauf ausgelegt ist auf jedem Endgerät gleichermaßen zu funktionieren.
Das bedeutet, dass die Nutzung vom Smartphone identisch mit der auf dem PC ist.

In erster Linie ist der BraKuLa meine Praxiseinrichtung. Er dient in der Anfangsphase als Träger und bietet mir die Grundlage und das Netzwerk für die Arbeit.
Es ist denkbar, dass aus dem Projekt einmal ein eigener Verein entsteht.

Protokolle